• Elco Burners: Hechingen, Deutschland

    Lagerkapazität vergrößert und Effizienz gesteigert

    Elco BurnersEin neues Lagerkonzept bei Elco Burners, einem Hersteller von Industriebrennern, sorgt für eine deutliche Erweiterung der Lagerkapazität und Steigerung der Effizienz der innerbetrieblichen Logistikprozesse. Im Mittelpunkt des neuen Lagerkonzepts stehen neue Hochregalsysteme sowie ein Yale-Schubmaststapler der neuen MR-Baureihe.

    Die im Jahr 1928 gegründete Elco GmbH mit Hauptsitz in Hechingen am Fuße der Schwäbischen Alb gehört zur Ariston Thermo Group und ist in Europa die führende Marke für gewerbliche und kommunale Heizlösungen. Das Anwendungsspektrum reicht von der Etagenwohnung über gewerbliche Gebäude bis hin zur industriellen Großanlage. Seit Jahrzehnten ist Elco mit über 1,7 Millionen installierten Heizanlagen in Europa führend bei Brennern, Brennwerttechnik sowie Solar und zählt zu den Wegbereitern moderner Heiztechnik.

    Fokus auf Sonderlösungen

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    Das Tochternehmen, die Elco Burners GmbH mit Sitz in Pirna, ist ein Entwickler und Hersteller von Industriebrennern für die Prozess- und Wärmebefeuerung, wie sie zum Beispiel in Heizkraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen zum Einsatz kommen. Dabei sind die angebotenen Brennerlösungen sehr individuell auf die Wünsche der Kunden zugeschnitten. Der Standort Pirna ist ein reiner Montagebetrieb. Alle Materialien für die Montage werden von externen Zulieferern europaweit geliefert. Elco Burners fertigt ab der Losgröße Eins, denn individuelle Sonderlösungen gehören zur Spezialität des Unternehmens. „Mit dem Fokus auf Sonderlösungen möchten wir uns vom Wettbewerb absetzen“, erklärt Tom Jäger, verantwortlich für die Produktion und Qualitätssicherung im Unternehmen. „Ein Auftrag von 5 Brennern ist für uns schon ein größerer Auftrag. Alles ab 10 Brenner ist ein Großauftrag.“ Das jährliche Fertigungsvolumen umfasst zwischen 800 und 900 Brennern mit Leistungsbereichen zwischen 1.000 bis 60.0000 Kilowatt (60 Megawatt).

    Insgesamt bietet Elco Burners 400.000 Modellvarianten an. „Dabei ist das Grundmodell oft gleich. Da wir aber für unsere Kunden sehr individuelle Wünsche umsetzen, ist manchmal nur eine Komponente anders“, erläutert Tom Jäger. „Insgesamt haben wir 19 verschiedene Baugrößen im Programm mit unterschiedlichsten Optionen, wie zum Beispiel mit verschiedenen Leistungs- und Mischeinrichtungen.“ Das spezielle Know-how des Unternehmens liegt in der Herstellung von Zweistoffbrennern, die sowohl mit Öl als auch mit Gas betrieben werden können. Zudem liefert das Unternehmen Spezial-Brenner, die beispielsweise für den Ex-Schutz-Bereich, den Tropeneinsatz oder für besonders aggressive Umgebungen, wie zum Beispiel Meerwasser, konzipiert sind. 

    Wer glaubt, dass bei Brennern das Design keine Rolle spielt, ist auf dem Holzweg. Auch hier achten Kunden auf ein ansprechendes Äußeres, aber auch auf einen möglichst leisen Betrieb. Dieser wird durch eine spezielle Schalldämmung erzielt, die sich Elco Burners hat patentieren lassen. 

    Die Kundschaft des Brennerherstellers ist in West- und Ost-Europa beheimatet, aber auch der russische und der chinesische Markt wachsen kontinuierlich. Insgesamt arbeiten am Standort Pirna 53 Mitarbeiter, die sich auf die Bereiche Forschung und Entwicklung, Konstruktion und Einkauf verteilen.

    Hohe Flexibilität in der Fertigung

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    Auf einer Gesamtfläche von 10.000 m2 befinden sich Produktions- und Lagerflächen, ein Labor sowie ein Prüfstand, auf dem alle Brenner, bevor sie das Werk verlassen, getestet werden. Da das Unternehmen kleine Stückzahlen mit einer geringen Fertigungstiefe herstellt, wurden die fünf Produktionsarbeitsplätze flexibel gestaltet, das heißt, jedes Produkt kann an jedem Arbeitsplatz montiert werden. Insgesamt arbeiten in der Montage in den Wintermonaten zwölf Mitarbeiter. In der Hochsaison im Sommer erhalten diese Unterstützung in Form von Leiharbeitern, so dass ein Team von bis zu 30 Mitarbeiter die Brennermontage bewältigt. Der Betrieb arbeitet einschichtig. Jeder Mitarbeiter wurde so ausgebildet, dass er jeden Fertigungsschritt ausführen kann und so flexibel einsetzbar ist. Die Versorgung der Produktion erfolgt über das Rohmateriallager. Das Material für einen Auftrag wird in sogenannte Einkaufswagen in Form von Holzkisten kommissioniert und per Stapler an den jeweiligen Montageplatz geliefert. Der Montagemitarbeiter muss sich lediglich Kleinsteile, wie Schrauben und Unterlegscheiben, aus dem gegenüberliegenden Handlager holen, das über ein Kanbansystem wieder befüllt wird. Die fertigen Brenner, die bis zu 900 kg wiegen, werden, nachdem sie den Test auf dem Prüfstand bestanden haben, auf Großpaletten verpackt und per Stapler zum Warenausgang oder ins Neugerätelager verbracht. Dieses dient als Pufferlager zumeist für die Versorgung des chinesischen Marktes. „Wir müssen Produkte für den chinesischen Markt vorhalten, da unsere Kunden erwarten, dass diese immer schnell abrufbar sind“, erläutert Tom Jäger. Der Versand der Brenner erfolgt für den chinesischen Markt in Containern. Da hier selten nur einzelne Brenner verschickt werden, kann es durchaus vorkommen, dass sich das Lager innerhalb einer Woche komplett umschlägt. „Im Sondergeschäft ist eine Lean Production schwer umsetzbar und auch die Just-in-Time-Belieferung nur schwer zu realisieren. „Da eine hohe Lieferfähigkeit aber dennoch entscheidend ist, halten wir die Waren für unseren Kunden vor“, so Tom Jäger. Dementsprechend muss natürlich auch das Rohmaterial bevorratet werden. Da das chinesische und russische Geschäft stetig gewachsen ist, reichte die vorhandene Lagerfläche im Rohmaterial- und Fertigteilelager nicht mehr aus. Die Fertigprodukte wurden beispielsweise sehr platzintensiv auf Stellflächen auf dem Boden gelagert. Da man keine weiteren Lagerflächen extern hinzumieten wollte, entschloss man sich für ein neues Lagerkonzept in den bestehenden Räumlichkeiten.

    Optimale Nutzung der Lagerflächen

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    Es wurden mehrere Lagerkonzepte gegeneinander abgewogen. Bei der Entscheidung wurde auch die Firma Yale SLT Fördertechnik GmbH zu Rate gezogen. Das Unternehmen aus Heidenau berät Elco Burners schon seit einiger Zeit in Sachen Lagerlogistik, und man vertraute der Kompetenz des Flurförderzeug-Spezialisten. Der zuständige Fachberater empfahl Elco Burners, im Rohmateriallager neben einem halbautomatischen Kleinteilelager in ein neues Hochregallager (HRL) zu investieren. Dabei war die besondere Herausforderung bei Elco Burners, dass das Lagergut sehr unterschiedlich dimensioniert ist. Auch größere Fertigteile müssen, bis die Teile zur Weiterverarbeitung eingetroffen sind, zwischengelagert werden. Dabei hat jedes Teil einen festen Lagerplatz. „Der Vorteil eines Hochregallagers ist die Tatsache, das mit diesem die Hallenhöhe als Lagerfläche optimal ausgenutzt werden kann, ohne in die Breite gehen zu müssen, was ja aus Platzgründen nicht mehr möglich war“, erläutert Helmut Fichtner, zuständig für die Beratung und den Verkauf bei Yale SLT Fördertechnik, das Lagerkonzept. „Mit dem neuen Hochregallager wurde die Anzahl der Palettenstellplätze von 192 auf heute 480 Palettenplätze mehr als verdoppelt.“ Die Demontage der vorhandenen Regalanlage sowie die Montage des neuen Regalsystems wurden zusammen mit der Firma Yale SLT Fördertechnik in Etappen und parallel zur laufenden Produktion erfolgreich realisiert.

    Das HRL besteht aus zwei Gassen mit vier bis fünf Ebenen je nach Größe der einzulagernden Teile. Die oberste Regalebene liegt auf einer Höhe von 7,50 m. 

    Die Lagerfläche im Fertigteilelager wurde durch die neuen Regale sogar verdreifacht. Heute können hier insgesamt 150 Brenner vorgehalten werden. Jede Regalebene ist 2,40 m tief, da alle Produkte sich in Länge und Breite unterscheiden. „Je nach Brenner ist die Eintauchtiefe ins Regal sehr unterschiedlich. Deshalb musste das Regalsystem für jede Größe passend sein“, erklärt Tom Jäger die Problematik in diesem Lagerbereich.

    Viel Komfort bei hoher Produktivität

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    Mit den neuen Regalsystemen änderten sich auch die Anforderungen an das Flurförderzeug, denn die Ein- und Auslagerung auf einer Höhe von 7,50 m im HRL konnte mit einem Gabelstapler nicht mehr stabil und sicher bewältigt werden. Yale SLT Fördertechnik empfahl Elco Burners einen Yale-Schubmaststaplers der Baureihe MR mit einer Tragfähigkeit von 1,6 t und einer Chassisbreite von 1.345 mm für einen sicheren Stand auch beim Einlagern in Hubhöhen von 8,50 m, in denen die Resttragfähigkeit noch 1,4 Tonnen beträgt. Mithilfe dieses Fahrzeugs würde die Ein- und Auslagerung sicher und effizient vonstatten gehen. Der Yale-Schubmaststapler ist optional mit einem Komfortpaket ausgestattet. Dieses umfasst neben der Bedienung über Joystick für eine einfache und präzise Steuerung aller Hubfunktion sowie der Vorwärts- und Rückwärtsfahrt ein Premium-Farbdisplay, auf dem der Fahrer alle Fahrparameter übersichtlich ablesen kann, eine Höhenmessung sowie eine Laserpositionierhilfe mit Kamera. „Ein roter Laserstrich zeigt dem Fahrer am Regal die Höhe und Position der Gabelzinken an. Dadurch kann die Ein- und Auslagerung von Paletten wesentlich effektiver erfolgen. Gleichzeitig wird die Gefahr von Schäden am Regal oder an der Last reduziert“, erläutert Igor Dodik, Warehouse Sales Manager, Central Europe bei der Hyster-Yale Materials Handling GmbH in Neu-Isenburg, die Funktionsweise des Systems. Um eine Eintauchtiefe im Fertigteilelager von 2,4 m realisieren zu können, ist das Fahrzeug zusätzlich mit Teleskopgabeln ausgestattet, die bei Bedarf hydraulisch ausgefahren werden können.

    Die Fahrer bei Elco Burners schätzen diese Positionierhilfe und sind auch ansonsten über den hohen Komfort des neuen Fahrzeugs sehr erfreut. „Unsere Fahrer wissen die hervorragende Ergonomie des Yale-Schubmaststaplers zu schätzen. Nach einer einführenden Schulung durch Yale SLT Fördertechnik haben sich alle sehr schnell an das neue Fahrzeug gewöhnt“, so Tom Jäger. „Wir haben uns wieder einmal auf die gute Beratung von SLT verlassen und sind nicht enttäuscht worden. Dank des neuen Lagerkonzepts konnten wir nicht nur die dringend benötigte Lagerfläche vergrößern, sondern auch die Effizienz unseres Materialflusses mit dem Yale-Schubmaststapler deutlich steigern.“ Als weitere Effizienzsteigerung soll im nächsten Jahr die jetzt noch papiergesteuerte Auftragsbearbeitung und Kommissionierung auf Barcode umgestellt werden. Dann werden alle Teile chaotisch eingelagert, und die Logistikprozesse können nochmals beschleunigt werden.

    Mit dem Fokus auf Sonderlösungen möchten wir uns vom Wettbewerb absetzen. Ein Auftrag von 5 Brennern ist für uns schon ein größerer Auftrag. Alles ab 10 Brenner ist ein Großauftrag.
    Tom Jäger - Produktion und QualitätsmanagementElco Burners